news_buchtipps Hier sammle ich Bücher und Hörbücher,

die ich persönlich gut oder auch weniger gut finde und schreibe meine Meinung darüber.
bob der streunerNun möchte ich nach langer Zeit wieder einmal ein Buch vorstellen, das mir sehr gefallen, ja mich sehr berührt hat.

Kurzbeschreibung Umschlagstext: "Als James Bowen den verwahrlosten Kater vor seiner Wohnungstür fand, hätte man kaum sagen können, wem von beiden es schlechter ging. James schlug sich als Straßenmusiker durch, er hatte eine harte Zeit ohne feste Bleibe hinter sich. Aber dem abgemagerten, jämmerlich maunzenden Kater konnte er einfach nicht widerstehen: Er nahm ihn auf, pflegte ihn gesund und ließ ihn wieder laufen. Doch Bob war anders als andere Katzen. Er liebte seinen neuen Freund mehr als die Freiheit und blieb. Heute sind sie eine stadtbekannte Attraktion, ihre Freundschaft geht Tausenden zu Herzen."

Bob, der Streuner - Die Katze, die mein Leben veränderte von James Bowen ist kein normales Katzenbuch und auch nicht nur für Katzenfreunde interessant. Es ist eine wunderschöne Mensch-Tierfreundschaft, die wirklich zu Herzen geht.

James Bowen schlägt sich mehr schlecht als recht als Strassenmusiker durch, lebt von der Hand in den Mund und der Drogenentzug macht das Leben auch nicht einfach. Da sitzt an einem düsteren Märzabend ein zerzauster, roter Kater im Treppenhaus. Der Verstand sagte nein, er kann ihn nicht aufnehmen, er kann ja kaum für sich selbst sorgen, aber nach Tagen ist der Kater immer noch da und es geht ihm alles andere als gut.

Als auch kein Besitzer aufzufinden war, konnte er nicht anders als sich um den Kater zu kümmern. Er nannte ihn Bob, fütterte ihn, gab seine letzten 30 Pfund für Medizin aus und pflegte ihn gesund. Er gelobte für ihn da zu sein, so lange der rote Kater ihn brauchte. Zum ersten Mal hatte James die Verantwortung für ein anderes Wesen übernommen, hatte einen Sinn in seinem Leben und Bob blieb, auch als er gesund war.

Zwei Seelen hatten sich gefunden und es entwickelte sich eine tiefe und innige Liebesbeziehung zwischen Mensch und Tier. Was man sonst eher von Hunden kennt, der Kater begleitete von nun an James überall.

Es ist nicht nur ein Buch über eine einzigartige Freundschaft, es gibt auch Einblicke in das harte Leben auf der Strasse, über Perspektivlosigkeit, die Hölle der Drogen und den harten, endgültigen Ausstieg aus der Sucht. Es ist nicht nur ein Buch über eine Katze, sondern auch über einen Menschen - absolut lesenswert.
us

Aufmerksam auf das Buch "Dann iss halt was" von Christian Frommert bin ich durch die Radiosendung Leute bei SWR1 geworden. Ich wusste bisher nicht viel über Magersucht, schon gar nicht, dass es auch Männer betrifft, bin neugierig geworden und habe nun sein Buch "Dann iss halt was" gelesen.

dann iss halt was

Tja, wenn das so einfach wäre. Aus eigener Erfahrung mit meiner Angsterkrankung weiss ich wie schwer Veränderungen sind, ein täglicher Kampf. Man wünscht sich ganz normale Dinge, die für andere Menschen selbstverständlich sind, einfach mal geniessen zu können ohne sich irgendwelche absurden Gedanken zu machen und ist doch meilenweit davon entfernt.

Ursprünglich als Tagebuch aufgeschrieben ist ein wunderbares Buch entstanden, mit dem er auf die Magersucht, hauptsächlich bei Männern, aufmerksam und Tabus brechen möchte.

Es ist erschreckend was die Psyche aus einem Menschen machen kann. Ein einst attraktiver Mann mit einer Größe von 1,84 und 140 kg im sogenannten besten Alter, beruflich erfolgreich als Kommunikationsmanager und mitten im Leben stehend. Man denkt eigentlich so jemand kann doch nie von einer psychischen Krankheit betroffen sein. Er hungerte sich in seiner Magersucht auf 39 kg und stand kurz vor einem Organversagen. Nach einem Zusammenbruch ist er so langsam endlich bereit Hilfe anzunehmen. Trotzdem wird es noch ein langer, steiniger Weg und nicht jede Hilfe ist für jeden gleich gut, auch diese Erfahrung muss er machen. Es ist nicht einfach die richtige Therapie zu finden. Viele Ärzte behandeln nach Schema F und nicht jeder passt in dieses Raster.

Es ist kein Ratgeber, er steckt selbst noch Mitten drin, aber inzwischen zumindest schon auf einem guten Weg. Es ist ein gnadenlos offener Einblick in die Welt eines Magersüchtigen.

Ich bin beeindruckt wie offen er mit seiner Krankheit umgeht, ganz persönliche Dinge aus seinem Seelenleben und seiner Gefühlswelt preisgibt, schockiert und betroffen was die Magersucht anrichten kann. Das Buch ist sehr berührend, interessant, aber auch mit einer guten Portion Selbstironie. Ich konnte das Buch nicht mehr weglegen. Mich hat es bewegt - wie schon lange kein anderes Buch, obwohl es normalerweise gar nicht zu der Art Bücher gehört, die ich sonst lese.

In einer Lesepause kam ein Schmetterling auf meinen Balkon geflattert und setzte sich aufs Buch. Die Schamanen glauben an Krafttiere, an Tierseelen, die beschützen und stärken. Da der Schmetterling ein Tier der Metamorphose ist, der nur mit eigener Kraft den Kokon durchbrechen, einen neuen Lebensabschnitt beginnen und fliegen kann, steht er für Wandlung, Veränderung, Weiterentwicklung und die Herausforderung Strukturen zu durchbrechen - Vergangenes zu beenden und Neues zu beginnen.

Ich wünsche ihm von Herzen alles Gute und viel Kraft.

us

gefuehle_gedanken_tiere Gerade habe ich das Buch - Die Gefühle und Gedanken der Tiere von Silke Ruthenberg gelesen. Inhaltsbeschreibung auf dem Cover: "Uns Menschen verbindet mit den anderen Tieren eine gemeinsame Struktur, die uns durch das Leben leitet: die der Gefühle und Gedanken. Diese Buch bringt hierfür eine Fülle an Belegen: Ameisen können zählen und Guppy kann lesen. Hühner führen inhaltliche Gespräche, Mäuse empfinden Mitleid und Rhesusaffen stehen auf Pornos.
Die Geschichten und Anekdoten aus der Welt der Tiere und viele neue wissenschaftliche Erkenntnisse von der Muschel bis zum Schimpansen begründen die Forderung nach einem Grundrecht für Tiere auf ihr Leben und eine freie und unversehrte Existenz".


Der Mensch spricht dem Tier ja gerne jegliche Gefühls- und Gedankenwelt ab. Tierhalter wissen schon lange, dass Tiere nicht nur durch Instinkte geleitet werden, sondern ebenfalls denken und fühlen. Endlich berichten auch immer öfter Wissenschaftler - Tiere können hassen und lieben, sie empfinden Trauer, Freude und Mitleid, sie können wütend und rachsüchtig sein, oder freundlich und hilfsbereit.

Manchmal muss man echt auch Schmunzeln. Das Rhesusaffen auf Pornos stehen ist echt kein Witz. In einer Studie wurde die Affenmänner vor die Wahl gestellt, entweder eine große Menge Saft ohne Pin-ups, oder eine kleine Menge Saft mit Blick auf hübsche Damenpopos. Alle Affenmänner verzichteten auf die große Menge Saft und schauten sich lieber die Popos an - Männer halt *gg*. Sogar käufliche Liebe wurde bei Affen beobachtet. Forscher hatten als Zahlungsmittel Granitstückchen eingeführt, dafür gestattete die Affendame dem Herren ein Sexabenteuer und hat danach das Granitstück gegen Trauben getauscht. Sie waren übrigens gute Kaufleute und haben sehr schnell begriffen, dass größere Granitstücke auch mehr Wert waren.

Auch Ungerechtigkeit ist den Tieren nicht fremd. In einem Test bekamen Kapuzineraffen für die Erledigung einer Aufgabe eine Belohnung. Hat aber ein Affe ohne etwas dafür tun zu müssen ein Leckerchen bekommen, wurde der andere stinksauer und warf seine Belohnung wutentbrannt durch das Gehege.

Gänse leben noch viel mehr als Menschen nach dem Motto - bis das der Tod uns scheidet. Sie gehen eine lebenslange feste Bindung ein. Stirbt einer der Partner ist das für den Hinterbliebenen ein fast unüberwindbares Unglück. Vergleichbar mit dem Trauerjahr bei Menschen brauchen sie sehr lange bis sie sich wieder einem neuem Partner zuwenden.

Mitgefühl und Hilfsbereitschaft ist Tieren keineswegs fremd. Forscher hatten sich gewundert warum sich ein Erpel ausserhalb der Paarungszeit fast ohne Unterbrechnung liebevoll um eine Entendame kümmerte. Später fanden sie heraus - die Entendame war blind und hatte deshalb die Fürsorge des Erpels.

Das Buch bietet viele faszinierende Einblicke in die Gefühls- und Gedankenwelt der Tiere.

soni

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Sonja, tierverrückt und naturverbunden.
mi so
Ich fotografiere und schreibe überwiegend über Tiere und Natur, aber ab und an auch über Dinge aus dem Alltag.

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