news_buchtipps Hier sammle ich Bücher und Hörbücher,

die ich persönlich gut oder auch weniger gut finde und schreibe meine Meinung darüber.
mieses_karmaEs ist völlig egal ob man an Wiedergeburt glaubt oder nicht, denn tiefgründigen Lesestoff darf man nicht erwarten. Aber als leichte, amüsante Lektüre zum Schmunzeln fand ich persönlich "Mieses Karma von David Safier" gut. Es ist meines Erachtens von Nina Petri auch gut gelesen.

Kim Lange hat als Fernsehmoderatorin, als sie den Fernsehpreis erhält, den Höhepunkt ihrer Karriere erreicht. Sie hat alles was man sich wünschen könnte, ist erfolgreich im Beruf, hat eine tolle Villa, Geld, Alex einen gutaussehenden Ehemann, der sie liebt und eine wundervolle, kleine Tochter. Da findet sie durch einen Unglücksfall einen überraschenden Tod.

Da sie jedoch in ihrem Leben viel mieses Karma gesammelt hat, ist ihr der Weg ins Nirwana versperrt und Buddha schickt sie zurück auf die Erde. Nur immer den Erfolg vor Augen, war Sie oft unausstehlich, rücksichtslos und hat Mann und Tochter vernachlässigt. So findet sie sich als Ameise in einem Erdloch wieder.

Erst jetzt erkennt sie, wie sehr sie doch ihre Tochter liebt und vielleicht, obwohl sie dachte ihre Ehe wäre am Ende, sogar auch noch ihren Ehemann. Als sie dann auch noch sieht das Nina sich um ihrem Mann Alex bemüht, weiß sie, sie will auch ihn zurückerobern. Sie setzt alles daran ihrer Tochter wieder Nahe sein zu können und die Beziehung von Alex und Nina zu verhindern - sie will ihre Familie zurück, was als Ameise aber nicht so einfach ist. Wäre sie doch wenigstens als Hund geboren, dann wäre es sicher leichter. Aber nein, sie muß ganz unten anfangen, viel gutes Karma sammeln um langsam die Reinkarnationsleiter aufzusteigen. An ihrer Seite ist Casanova, der es seit Jahrhunderten nicht geschafft hat über eine Ameise hinauszukommen und sie unterstützt.

So sieht sie so nach und nach ihre Fehler ein, muß dazulernen, selbstloser werden, um Stück für Stück immer wiedergeboren in verschiedenen Tieren ihrem Ziel, dem Kontakt zu ihrer Tochter und ihrem Mann, näher zu kommen.

soni

glennkillEigentlich wollte ich das Schafskrimi-Hörbuch Glennkill von Leonie Swann ja gemütlich auf der Liege im Garten geniessen. Das Wetter macht mir aber immer wieder einen Strich durch die Rechnung - auf der Couch unter der Wolldecke ist es ja aber auch heimelig, man ist ja flexibel.

Also begab ich mich am Sonntag gedanklich auf eine saftige, grüne Weide in Irland in der Nähe des irischen Dörfchens Glenkill. Inmitten einer Schafherde lauschte ich den Ermittlungen der Schafe, jedes für sich eine ganz eigene Persönlichkeit mit individuellem Charakter. Miss Maple, das klügste Schaf von Glennkill ja wahrscheinlich der ganzen Welt, Mopple the Whale merkt sich alles und vergisst nie etwas, Othello das schwarze Schaf mit geheimnisvoller Vergangenheit, Sir Richfield der Älteste der Herde und Leitwidder hört nicht mehr gut hat aber Adleraugen, Cloud das wolligste und prächtigste Schaf, Melmoth um den sich merkwürdige Legenden winden, Maude mit dem guten Geruchssinn - schon die Namen der Hauptpersonen fand ich einfach klasse. Die Geschichte wird komplett aus der Sicht der Schafe erzählt.

Eines Morgens fanden die Schafe ihren Schäfer George Glenn mit einem Spaten in der Brust tot auf der Weide. Keines der schafSchafe hatte in der Nacht irgendwas gehört, irgend jemand aber musste George ermordet haben. George war ein guter Schäfer. Regelmäßig las er seinen Schafen vor, erklärte ihnen Begriffe aus der Welt der Menschen und keines wurde je zum Schlachter gebracht. Die Schafe wollen der Sache auf den Grund gehen, der Tod musste geklärt werden - das waren sie George schuldig. Gerechtigkeit, ja Gerechtigkeit mußte her.

War es vielleicht der Wolfsgeist, nein, schnell ist klar es kann nur ein Mensch gewesen sein. So wird jeder Mensch beobachtet, belauscht und unter die Lupe genommen. Auf der Weide, an den Steilklippen, in der Dorfkirche begeben sich die Schafe auf Spurensuche und Puzzlestückchen für Puzzelstück wird zusammengesetzt. So einige Rätsel ranken sich um George und den Schäferwagen, die es zu lösen gilt. So nach und nach bringen sie Licht ins Dunkel und kommen dem rätselhaften Tod ihres Schäfers näher.

Da ich Irland, die Iren und die irische Landschaft liebe konnte ich mich sehr gut in das Umfeld des Geschehens reindenken und die Welt aus der Sicht der Schafe zu sehen war wirklich köstlich. So manche Interpretation der Schafe über menschliche Äußerungen regen sehr zum Schmunzeln an. Bei der nächsten Schafsherde, die mir begegnet, werde ich sicher Ausschau nach dem tapferen Othello und der klugen Miss Maple halten. Ein tolles Hörbuch - ganz lieben Dank nochmal an Frau Wolkenlos und Stefan - es war super.

soni

hund_deutschDas Buch "Langenscheidt Hund - Deutsch Deutsch - Hund" von Martin Rütter ist kein Erziehungsbuch für Hunde, wie man es sonst von Hundetrainern gewohnt ist. Martin Rütter zeigt auf seine typisch humorvolle Art wie uns die Hunde um den Fingern wickeln und wie gut Hunde doch Menschen manipulieren können.

An 12 Tagen darf man mit netten Aufgaben testen ob man bereit für einen Welpen ist.

Zitat: Tag 11 - Robben Sie einmal über den matschigen Rasen, hüpfen Sie danach mehrmals auf und ab und quietschen Sie dazu in den höchsten Tönen. So soll der Welpe laut Hundetrainer gerufen und aufmerksam gemacht werden. Wichtig: Veranstalten Sie diesen Tanz, während Ihre Nachbarn gerade mit Gästen auf der Terrasse sitzen und Kaffee trinken.

Oder ob man überhaupt ein Hundemensch ist.

Zitat: Können Sie nachts in Positionen schlafen, um die Sie jeder Yogaprofi beneiden würde? Und das nur, weil Sie die Hunde in Ihrem Bett nicht stören wollen.

Es wird die Geheimsprache der Hundehalter erklärt.

Zitat: Er muss erst in Ruhe seine Zeitung zu Ende lesen. = Zaghafter Versuch der Entschuldigung, warum der Hund nicht einmal seinen Kopf hebt, wenn er gerufen wird.

Ich finde auch immer die Aussage - Der tuuut nix - von Hundehaltern unmöglich, wenn der Hund mal wieder auf andere zuläuft ohne auf deren Ruf zu reagieren. Erklärung - Zitat: Jedenfalls so gut wie nichts von dem, was ich gerne hätte und vor allem dann nicht, wenn ich es sage. Gröhl, super beschrieben.

Auch kommen verschiedene Rassen in Hundetagebüchern zu Wort, z.B. Kangal Kaya.

Zitat: Herrchen hat einen gelben, runden, mit Filz beklebten Gegenstand entsorgt. Er stand damit vor mir und sagte immer wieder: Guck mal, was ich hier habe. Als er ihn schließlich vor meinen Augen quer durch den Garten warf und Apport rief, dachte ich nur. Okay, warum auch immer du einen nagelneuen Gegenstand wegwirfst, mich geht es nichts an.

Wenn Ihr da Herrchen mit Frauchen ersetzt könnt Ihr mich mit Mika bildlich vor Euch sehen. Mika hält vom Apportieren überhaupt rein gar nichts, halt typisch Kangal - das wäre unter seiner Würde und eine vollkommen sinnlose Beschäftigung.

Wobei der Golden Retriever Sam in seinem Tagebuch alles einfach super findet, von Menschen, übers Futter, bis zum Spielen. Jeden Tag ist einfach alles super. Grins, die verschiedenen Rassen in den Hundetagebüchern - einfach klasse.

Auch Martin Rütters Hündin Mina gibt anderen Hunden gute Tipps. Zitat: Wenn Du groß genug bist, dann lege immer den Kopf auf die Couch oder das Bett, sobald deine Menschen darauf sitzen oder liegen. Wedle dabei dezent mit hängender Rute, drehe den Kopf etwas seitlich, atme entspannt und gleichmäßig. Und mache bloß nicht den Fehler, einfach hochzuhüpfen. Verharre in der eben beschriebenen Position nur 60 Sekunden und schon hast du den Menschen suggeriert, dass du respektierst, dass es deren Couch ist. Sie denken, wenn sie jetzt "Hopp" sagen, haben "SIE" entschieden. Lasse sie einfach in dem Glauben. Faszinierend, wenn man mal so wirklich drüber nachdenkt, wie die Hunde uns im Griff haben.

Trotz allem Humor bekommt man aber auch sinnvolle Erklärungen zum Verhalten der Hunde aus der Sichtweise des Hundes und zu Mißverständnissen, die daraus entstehen. Laut Meinung der meisten Hundehalter hat ein Hund die Rauferei zu beenden sobald der andere sich unterwirft, sonst ist er gestört. Völlig falsch (wie Martin Rütter sehr gut an einem Beispiel erkärt), es kommt auf den Grund des Streits an.

Kaum einer kann verstehen, wenn ich anderen Hundehaltern klar mache, daß ein fremder Hund in unserem Garten nicht toleriert wird. Och, meiner unterwirft sich doch sofort, bekomme ich dann zu hören. Fehlanzeige, das würde dem anderen Hund in diesem Fall herzlich wenig nützen. Das wäre Mika völlig egal, selbst, wenn ein sichtlich stärkerer Gegner kommt würde er sein Revier bis zum letzten Blutstropfen verteidigen. Es geht hier nämlich nicht um die Klärung einer Rangordnung, sondern um das Verjagen eines Eindringlings. Er will nicht austesten wer der Stärkere ist. Ein Kangal hat ein sehr hohes Revierverhalten und duldet keine Fremden in diesem. Er wurde zur Verteidigung gezüchtet und das macht er mit Leib und Seele.

Das Buch war einfach köstlich, ich habe oft geschmunzelt, herzlich gelacht und mich in so mancher Situation erkannt. Fazit: absolut lesenswert. Danke nochmal an Frau Wolkenlos und Stefan für das tolle Geschenk.

soni

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