Nun wartete das Igelhaus und das Igelgehege auf den ersten Igel zum Auswildern. Leider kann nicht jeder Igel an seinen Fundort zurückgebracht werden. Entweder es handelt sich um Jungtiere, die bei der Aufnahme unter 250 g wogen, oder das alte Gebiet ist nicht für Igel geeignet.

Igel

In diesem Fall werden die Igel über ein Freigehege ausgewildert, da dies dann stressfreier für die Tiere ist. Der Igel lebt erst mal ca. 2 Wochen im Igelgehege und wird da gefüttert. Nach dieser Zeit wird das Gehege geöffnet und der Igel hat nun die Möglichkeit die neue Gegend langsam zu erkunden. Es wird jedoch im Igelgehege für weitere 1 - 2 Wochen Futter und Wasser angeboten. So weiß der Igel auf jeden Fall wo er Unterschlupf und Futter findet und kann so langsam immer selbstständiger werden.

Anfang April dürfen die Igel nach draußen ins Igelgehege, jedoch erst ab ca. Ende April in die freie Natur. Je nach Witterung, die Temperatur darf in der Nacht nicht mehr unter 10 Grad fallen. Erst dann findet der Igel auch genug Futter.

Letzten Samstag war also der Besuch einer privaten Igelstation angesagt, um unseren Igel abzuholen.  Frau Scholl engagiert sich schon 30 Jahre im Igeltierschutz und kümmert sich jährlich um 200 - 300 Igel, bis die kleinen Stachelritter wieder fit für die Freiheit sind. Respekt, finde ich echt total klasse. Es werden auch immer dringend Plätze zum Auswildern gesucht, wer also einen naturnahen Garten hat - Hilfe ist immer willkommen.

Florian, der Igel, wartete schon reisefertig. Wir bekamen noch Futter für die ersten Tage mit und machten uns auf den Weg in den Garten. Im Karton grunzte und scharrte es und wir waren gespannt wie ihm wohl sein neues Gehege gefällt. Als wir ihn aus seinem Transportkarton befreiten und ins Gehege setzten igelte er sich natürlich erst mal komplett ein, sicher ist sicher. Aber es dauerte nur ein paar Minuten, da witterte er die Freiheit. Er hörte die Vögel singen und frische Luft wehte um die Nase, so dauerte es auch nicht lange bis er schnuppernd sein Näschen in die Luft streckte. Da wurden wohl Erinnerungen wach. Gar nicht ängstlich erkundete er dann auch gleich sein Gehege. Der Holzstapel gefiel ihm spontan am besten, das war sein erster Weg.

In der ersten Nacht unternahm er noch Ausbruchsversuche, er buddelte an den Ecken und die Dreckpfötchen konnte man gut auf dem Holz erkennen, als er wohl versucht hat hochzuklettern. Tja, kleiner Igelmann keine Chance, ein bissi mußt Du noch auf die große Freiheit warten. Gut, dachte er wohl dann in der zweiten Nacht, dann richte ich mich eben häuslich ein. Ich hatte im Igelhaus seine Schlafkoje mit Stroh und Zeitungsschnipsel ausgepolstert. Nö, da gibt es doch viel Besseres für ein richtiges Igelnest. Er sammelte also im Gehege das Laub zusammen und trug es in sein Igelhaus. Ein richtig schönes Nest hat er sich gemacht und da schnarcht er nun tagsüber und träumt wahrscheinlich schon von großen Abenteuern. Ich denke er wird sehr schnell selbständig werden, wenn er erst mal das Igelgehege verlassen darf.

Was so ein kleiner Igel fressen kann, ist beeindruckend. Er bekommt nun täglich 1 1/2 Dosen Katzenfutter, gekochtes Hähnchenfleisch oder einen Hühnerhals und Igeltrockenfutter. Das putzt er weg wie nichts.

Ein paar Fotos vom Einzug habe ich natürlich auch gemacht (Klick für größere Anzeige).

Igel 1 Igel 2
Igel 3 Igel 4
igel5 Igel 6
Igel 7 Igel 8

Echt ein süßes Kerlchen. Hach, ich mag Igel. Es ist nur schade, daß man nicht viel von ihnen sieht da sie recht spät aktiv werden.

Soni

Kommentare   

 
# Paleica 2010-04-08 09:49
igel sind ja soooo süß!! ich würde die glaub ich nicht mehr hergeben können.
 
 
# Frau Wolkenlos 2010-04-08 10:13
Hallo Soni,
danke für diesen wunderschönen Artikel und die süßen Fotos. Ein bisschen schüchtern sieht der kleine Kerl wirklich aus. :lol: Wenn er dann in die Freiheit entlassen wird, wohin wird er denn dann ausgewildert? Suchst Du dann den Ort für ihn aus oder wie läuft das dann so ab?
LG - auch an Florian :-)
 
 
# Soni 2010-04-08 10:35
Mir wird der Abschied sicher auch schwer fallen Paleica. Aber es ist nun mal ein Wildtier und ich werde mich auch freuen, wenn er in die Freiheit darf, weil ich weiß er wird sich da wohler fühlen als im Gehege.

Freut mich, dass es Dir gefällt Frau Wolkenlos. Er wird bei uns im Garten ausgewildert, denn wir haben ja ringsrum Wildnis pur. Der Sinn eines Geheges ist, dass er nach der Freilassung weiß wo er am Anfang Futter findet, bis er sein neues Revier im Griff hat. Es wird also einfach das Gehege geöffnet und er kann nach Lust und Laune sein Revier erkunden, kann aber, wenn er will auch zum Gehege zurückkommen wo er noch in der Anfangszeit auf jeden Fall Futter finden wird. Man stellt dann trotzdem noch Futter für ihn bereit.

LG Soni
 
 
# Rewolve44 2010-04-08 21:59
Sehr interessant der Artikel und die Fotos sind super geworden, der kleine ist ja echt niedlich.

Lg,
Rewolve44
 
 
# Soni 2010-04-10 17:24
Ist echt ein trolliges Kerlchen und die grunzenden Geräusche, die so ein Igel von sich gibt, süß. Freut mich, dass es Dir gefällt Rewolve.

LG Soni
 

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