Siebenschläfer


Der Siebenschläfer mit dem wissenschaftlichen Namen Glis Glis ist das Wildtier des Jahres 2004. Er steht unter Naturschutz und ist in Deutschland als stark gefährdet eingestuft. Wenn man in waldnähe wohnt hat man vielleicht das Glück so einem nachtaktiven Kobold zu begegnen.

Infos und tolle Fotos vom Siebenschläfer findet man hier:

http://www.duesseldorf.de/umweltamt/service/tiere_in_der_stadt/siebenschlaefer.shtml

Da unser Garten ja direkt am Wald liegt haben wir auch diese hübschen Tiere zu Gast. Es war unsere erste Begegnung mit Siebenschläfern und noch dazu sehr überraschend. Unsere Geschichte mit Fin und Fenja, so haben wir sie getauft, begann in einem alten Herd in unserem Gartenhaus.

Um mehr Platz im Gartenhaus zu bekommen wollten wir eine Zwischenwand abreißen und somit musste das Gartenhaus erst mal geräumt werden. Der alte Herd aus Oma's Zeiten (den wir mit übernommen hatten), aber leider sehr verrostet war, wollte ein Liebhaber abholen. Am Tag zuvor haben wir also alles abgebaut, Herd aus dem Haus gewuchtet und das Ofenrohr auf dem Müll entsorgt. Mehr zufällig schaute Klaus in den Backofen und meinte, da liegen zwei Ratten drin. Neugierig machte ich die Klappe auf und da saß "es" ganz vorne und schaute mich mit grossen, dunklen Augen an und verschwand sogleich in die hintere Ecke, ich sah gerade noch seinen buschigen Schwanz. Ich kann nicht sagen wer von uns beiden mehr erschrocken war. Nein, eine Ratte war das auf jeden Fall nicht.

Ich habe also sofort nach Informationen über einheimische Tiere gesucht - es war ein Siebenschläfer-Pärchen.

Nun fand ich es natürlich total schade, dass wir ihnen den Schlafplatz genommen hatten, zumal es September war und der Winterschlaf kurz vor der Tür stand und wer weiß schon ob sie so schnell eine neue Bleibe finden würden. Klaus meinte, die haben wir nun eh verscheucht, da kann man nichts mehr machen. Aaaber ihm Internet hatte ich gelesen, dass sie sehr reviertreu sind und es hat mir keine Ruhe gelassen.

Also habe ich dem Liebhaber für den Herd abgesagt, meinen Klaus geschnappt, wieder zum Garten und zähneknirschend musste er den Herd wieder an die alte Stelle im Gartenhaus wuchten, das Ofenrohr vom Müll holen und montieren. Denn über den Kamin bzw. das Ofenrohr kamen sie ins Haus.

Eine Weile später schauten wir nach und jaaa, natürlich hatten sie ihr Quartier nicht aufgegeben, lagen bereits zusammengerollt und schlafend im Backofen - der Winterschlaf hatte begonnen.

Siebenschläfer


Da der Winterschlaf von ca. September bis Mai geht und man die Tiere nicht stören darf, da sie sonst unter Umständen aufwachen und zu wenig Futter finden, haben wir also den Gartenhausumbau auf's Frühjahr verschoben.

Ab Anfang Mai hab ich immer mal ganz vorsichtig in den Ofen geschaut, ob sie noch da sind. Eines Tages waren sie dann plötzlich weg. Hab über Tage hinweg immer wieder geschaut, nee, sie waren tatsächlich weg. Schade, dachte ich, denn ich wollte sie ja im Frühjahr nur in den Geräteschuppen umsiedeln und nicht verjagen.

Ok, haben sich wohl ein anderes Sommerquartier gesucht. So haben wir also alles geplant für den Abriss der Wand. Am Tag zuvor noch alles ausgeräumt und Schränke rausgestellt. Da wunder ich mich wieso Mika wie gebannt in die dunkle Ecke des Häuschens starrt. Und was seh ich da, meine zwei Süßen - zusammengerollt und schlafend auf dem Boden. Sie waren also nicht abgewandert, sondern hatten es sich unterm Schrank gemütlich gemacht. Zum Glück tut Mika solchen Tierchen nichts, sonst hätten sie das wahrscheinlich nicht überlebt, weil ich ja gar nicht mehr mit ihnen gerechnet habe.

Tja, was nun. Ich konnte sie ja nicht da liegen lassen und für den nächsten Tag war der Handwerker bereits bestellt. Also habe ich sie ganz vorsichtig in eine Schale gelegt und in den Geräteschuppen transportiert. Meiner Meinung nach ein schönes Heim mit vielen Schlupflöchern.

Wie immer in wichtigen Momenten hatte ich natürlich meine Kamera nicht dabei, habe aber wenigstens ein Handyfoto gemacht. Das sind Fin und Fenja:

Siebenschläfer


Am nächsten Tag wurde dann die Wand entfernt, das Haus neu gestrichen und wieder eingerichtet. Ich habe dann lange nichts mehr von den Bilchen gesehen, auch im Geräteschuppen waren keine Spuren von ihnen. Nun, dachte ich, schade nun sind sie endgültig weg.

Es war bereits August, da fehlten plötzlich täglich Blätter meiner Gartenhausdeko, die ich zur Verkleidung des Stahlträgers (den wir bei der Entfernung der Wand einziehen mussten) verwendet hatte. Seltsam, sehr seltsam.

Da erst sah ich direkt neben dem Kamin (ihr Ein- und Ausgang) ein kleines Loch in der Holzdecke. Tja, die Tierchen suchen sich ihr Heim halt selbst und im Geräteschuppen hat es ihnen wohl nicht gefallen, aber juhu sie sind wieder da. Die kleinen Poltergeister haben mir meine ganze Blätterdeko geklaut und wohl ein Nest daraus in der Holzdecke daraus gebaut und gegen Abend kann man nun unterm Dach lebhafte Aktionen hören.

News: 5. September 2009 - Wir haben Nachwuchs bekommen.

Im Gartenhaus hab ich meist ein kleines Körbchen mit Nüssen stehen und wie Babys so sind - sie schlafen beim Futtern ein und so lag eines der Siebenschläfer-Babys niedlich zusammengerollt im Nußkorb.

siebenschlaefer_nachwuchs

Kommentare   

 
# HudiBudi 2013-01-11 13:34
Bei uns im Kaminrohr kratzt es die ganze zeit und auf der anderen Seite der Wand bewegt sich bei jedem Kratzen so eine Klappe denkt jr das das Siebenschläfer sind oder doch eher Ratten ? Ich hab immer voll das gribbeln im Bauch weil das echt gruselig ist und ich erst 12 bin :( bitte Antworten !!!!!
 
 
# Soni 2013-01-11 20:56
Wenn es jetzt um diese Jahreszeit kratzt sind es auf jeden Fall keine Siebenschläfer, denn die machen jetzt Winterschlaf. Könnten vielleicht auch Marder sein, was es aber auch immer für ein Tier ist HudiBudi, Angst brauchst Du keine haben. Wildtiere haben mehr Angst vor dem Mensch als umgekehrt.

LG Soni
 

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