Marienkäfer
Fotograf: Dieter Haugk - pixelio.de


Marienkäfer (Insekt des Jahres 2006) bereichern jeden Garten und die fleißigen Blattlausjäger sind zumindest für Gartenbesitzer wirkliche Glückskäfer. Ihren Namen haben sie von der Jungfrau Maria, denn früher glaubte man, daß sie in ihrem Auftrag die Schädlinge bekämpfen. Außerdem war man der Meinung, daß sie vor Hexen und sonstigem Unheil schützen und Kranke heilen. Sie galten als heilige Tiere der germanischen Götting Freya.

Bis zu 150 Blattläuse frißt ein Marienkäfer täglich und jede Marienkäferlarve bis zu 600 Blattläuse bis zur ihrer Verpuppung. Mit Unterstützung dieser fleißigen Helfer ist keinerlei Chemie zur Blattlausvernichtung nötig. Der Marienkäfer wird durch seinen gesunden Appetit gezielt zur biologischen Schädlingsbekämpfung eingesetzt.

Im Frühjahr werden die Eier des Marienkäfers an Zweigen oder Blattunterseiten abgelegt und nach ca. einer Woche schlüpfen die Larven, die optisch noch wenig mit dem fertigen Käfer gemeinsam haben und sofort mit der Schädlingsbekämpfung beginnen. Nach einigen Wochen verpuppen sich die Larven und daraus schlüpfen dann die fertigen Marienkäfer.

Ist der Marienkäfer in Gefahr, scheidet er ein gelbliches, giftiges Sekret aus. Für Menschen ist dies völlig ungefährlich, aber z.B. Ameisen, die ihre Blattläuse beschützen und auch Marienkäfer angreifen, werden damit wirkungsvoll in die Flucht geschlagen. Auch Vögel verschmähen die bitter schmeckenden Käfer.

Aktiv ist der Marienkäfer im Sommer, geht es auf den Herbst zu, suchen sie sich Winterquartiere. In Unterschlüpfen, wie Laubhaufen, Mauerspalten oder Baumstümpfen überstehen sie die kalte Jahreszeit durch körpereigene Frostschutzmitel wie Glyzerin in einer Winterstarre.

Normalerweise trifft man einzelne Käfer und freut sich darüber, zumal es ja die klassischen Glücksbringer sind. Als jedoch im Juni unser kompletter Wein über und über voll mit Puppen war, denkt man sofort an einen Schädling. Sie saugen sich auch an den Blättern fest, so daß man sie nicht absammeln kann. Erst einen Tag später, als der erste Marienkäfer geschlüpft war, wurde uns klar, daß es sich um Marienkäfer handelt. So viele auf einem Haufen hatte ich noch nie gesehen. Da muss uns ja das Glück für viele Jahre begleiten.

Marienkäferpuppe

Marienkäferpuppe


Der frisch geschlüpfte Marienkäfer ist noch ganz rose.

Marienkäfer frisch geschlüpft


Erst ein paar Stunden später, nach Aushärten der Flügeldecken, zeigt sich das schöne Rot mit den schwarzen Punkten.

Marienkäfer

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